Über den Mehrwert von Transkreation in virtuellen Veranstaltungen

Workshops, Trainings oder andere Firmenveranstaltungen - Corona hat die Zusammenarbeit innerhalb von Organisationen auf beispiellose Weise beeinträchtigt. Nach einer kurzen Duldungsstarre und der unbegründeten Überzeugung, dass die Welt innerhalb weniger Monate wieder „normal“ weitergehen würde, haben viele Organisationen letztes Jahr begonnen, ihre Veranstaltungen von Präsenz auf Online umzustellen. Virtuelle Veranstaltungen - mit einer Bandbreite von sehr unterschiedlichen Ergebnissen: von begeistert und engagiert bis hin zu eingeschlafen. 

Was also ist das Geheimnis erfolgreicher virtueller Veranstaltungen, wenn Sie von Präsenz zu Online wechseln möchten? Was sind die wichtigsten Fallstricke? Unser 3E-Team hat seit Beginn des Ausbruchs von Corona im vergangenen Jahr mittlerweile über 100 Online-Events durchgeführt. Unsere nachdrückliche Empfehlung: Unterschätzen Sie nicht die Wichtigkeit von TRANSCREATION. 

Das Navigieren durch diese ungewöhnliche Zeit der Pandemie ist nicht leicht. Virtuelle Veranstaltungen werden zunehmend wichtiger, vor allem (aber nicht nur) da sich die Welt mit den Folgen der Pandemie befasst. Corona wirkt sich nachhaltig auf die Art und Weise aus wie wir kommunizieren, zusammenarbeiten und lernen. 

Was sind die Merkmale eines virtuellen Trainings, Workshops der Events?

Eine virtuelle Veranstaltung bietet im Gegensatz zu e-Learning-Lösungen eine Umgebung, die eine Live-Interaktion zwischen Moderatoren/Trainern und ihren Teilnehmern ermöglicht. Hierbei werden Videokonferenzen und andere interaktive Tools für die Zusammenarbeit in Echtzeit verwendet. Je nach Situation loggen sich die Teilnehmer optional von ihrem Home-Office oder ihrem Arbeitsplatz aus ein. Sie können ihren Gastgeber und die anderen Teilnehmer in Echtzeit sehen, Fragen stellen, in kleinen Gruppen zusammenarbeiten und ihre Ergebnisse mit allen Teilnehmern teilen.  

Der „Zoom Boom“ - Aufstieg und Fall virtueller Trainings und Workshops 

At the start of the first wave of COVID-19, we witnessed a sharp increase in the use of virtual trainings. A study of the Brandon Hall Research Group in 2020 showed that 67% of organisations moved their F2F training classes online in the light of the pandemic. Just a few months later, they observed a drop to 36% caused by a perceived lack of effectiveness of online classes.

Was sind also die Ursachen für die hohe Unzufriedenheit mit Online-Formaten? 

Nach meiner Erfahrung ist es in erster Linie die Versuchung, Präsenz-Inhalte einfach nur oberflächlich in eine Online-Umgebung zu pressen, ohne die Eigenschaften und Anforderungen des virtuellen Mediums zu berücksichtigen. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich Präsenzveranstaltungen nicht einfach und ohne jeglichen Aufwand in effektive und ansprechende virtuelle Events übertragen lassen. Monotonie und Einwegkommunikation sind typische Fallstricke und können leicht zu Problemen und Zeitverschwendung für alle Beteiligte führen.  

Online als Katalysator für altbekannte Probleme und Denkweisen  

Online-Veranstaltungen verstärken altbekannte Probleme, die bereits früher in Präsenz-Veranstaltungen zu beobachten waren. Präsenzveranstaltungen sind häufig mit erheblichem Aufwand und Kosten für Reisen und Unterkunft verbunden. Ein Trainingskurs an einem externen Standort ist eine bedeutende Investition für jedes Unternehmen. Daher ist der Versuch durchaus nachvollziehbar (wenn auch verheerend), das Beste aus diesem Investment herauszuholen. Die Folge ist, dass die Agenda tendenziell völlig überlastet wird und den Teilnehmern nicht genügend Raum und Zeit bleibt, um die besprochenen Inhalte zu verarbeiten, zu reflektieren und umzusetzen. Aus dieser Denkweise kommend zu versuchen, Ihre Veranstaltungen online zu bringen, birgt viele Herausforderungen. Online fungiert hier als Katalysator, da virtuelle Veranstaltungen noch wesentlich empfindlicher auf Tempo, Spannungsbogen und Zeitmanagement reagieren. Die einzelnen Sitzungen müssen kurz und effektiv gestaltet sein, um Momentum zu erzeugen und das gewonnene Engagement zu halten. Kurze Einheiten müssen eine Spannungsbogen mit Cliffhangern aufbauen, um zwischen den Sessions eine Brücke zu schlagen - im Grunde wie bei der Produktion einer TV-Serie. Andernfalls neigen Teilnehmer dazu, ab einem bestimmten Zeitpunkt abzuschalten und verlieren ihr Interesse. Ziel ist es, durch das Design virtueller Veranstaltungen, die speziell für das virtuelle Medium entwickelt werden, ein perfektes Gleichgewicht zwischen Engagement und Wissenstransfer zu erreichen. 

Transkreation: Komplett zerlegen und neu aufbauen 

Was ist Transkreation? Laut der erfahrenen Übersetzerin Marta Pagansstammt das Konzept aus dem Bereich der Übersetzungsstudien. Es beschreibt den Prozess des Anpassen eines Textes von einer Sprache an eine andere unter Berücksichtigung des kulturellen Kontext, wobei Intention, Stil und Inhalt beibehalten werden. Professionelle Übersetzer übersetzen Texte also nicht nur Wort für Wort, sondern berücksichtigen Redewendungen und Gebräuche der Zielkultur. Eine erfolgreich transkreierter Text ruft dieselben Emotionen hervor und hat in der Zielsprache dieselbe Wirkung wie in der Ausgangssprache.

Anstatt den Outline für Präsenzveranstaltungen in ein Online-Format zu pressen, empfehle ich Ihnen das gesamte Präsenz-Produkt in seine Einzelteile zu zerlegen und auf den Kerninhalt, die beabsichtigten Emotionen und die Schlüsselbotschaften zu reduzieren. 

Beginnen Sie bei Null - eine befreiende Gelegenheit - um eine neue digitale Erfahrung zu schaffen, die die Stärken virtueller Tools ausschöpft. Bereiten Sie die virtuelle Bühne vor. Erzählen Sie Ihre Geschichte und definieren Sie einen Handlungsrahmen, der Impuls und Botschaft von Anfang bis Ende tragen kann. Wählen Sie als Online-Moderator virtuelle Tools aus Ihrem Portfolio aus, mit denen Sie Wissen vermitteln und gewünschten Emotionen erzeugen können.

Beherrscht Euer Handwerkzeug, Leute!

Ein Portfolio an Werkzeugen - wie in jedem Beruf müssen wir ein breites Portfolio an verschiedenen Werkzeugen beherrschen, die speziell für Online-Moderation und -Trainings entwickelt wurden. Kennen Sie Ihr Fachgebiet, liebe Online-Moderatoren! Andernfalls kann eine einmalige Gelegenheit verloren gehen. Üben Sie die Tools, bevor Sie online gehen. Als Online-Moderator müssen Sie Ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten auf drei Ebenen unter Beweis stellen: Wecken und halten Sie die Aufmerksamkeit der Teilnehmer, leben Sie Ihre Inhalte überzeugend und vermitteln Sie die Kernbotschaften - und das alles, während Sie virtuelle Technologie bedienen. Einfach? Absolut nicht. Wie geht das? Lernen Sie ständig neue Werkzeuge kennen und erweitern Sie Ihren virtuellen Werkzeugkasten. Tauschen Sie sich mit Kollegen aus, holen Sie sich einen Coach und schließlich: üben, üben, üben. Meine Kollegen und ich bieten regelmäßig Trainings für Online-Moderatoren an - vom Anfänger bis zum Profi - mit einem starken Schwerpunkt auf tatsächliche Anwendungsbeispiele aus Ihrer Praxis und Peer-Coaching. Erfahren Sie, wie Sie eine Online-Diskussion führen. Stellen Sie verschiedene Perspektiven vor. Moderieren Sie konkurrierende Ideen und synthetisieren Sie neue Ansätze, um ein einzigartiges Erlebnis für Ihre Teilnehmer sicherzustellen.